Die geheimnisvolle Kraft der Glückssymbole – alles Aberglaube?

Oft werden sie nur als Schmuck getragen. Viele Menschen verleihen einem Glücksbringer, einem Glückssymbol die Fähigkeit, Glück bei ihren Vorhaben zu haben. Wer an Glückssymbole und Glücksbringer glaubt, schöpft aus dem Tragen der Symbole oder dem Aufstellen von Glückbringern zu Hause Kraft und Zuversicht. Wer mit dem Glauben durch sein Leben geht, dass ihm bestimmte Dinge Glück bringen und ihn schützen, fühlt sich dadurch gestärkt.
Das wird vielfach als Aberglaube bezeichnet.

Ob jemand an Glücksbringer und Glückssymbole, positive magische Zeichen glaubt oder anderes, muss ihm selbst überlassen bleiben. Mit Friedrich dem Großen sei gesagt: „Jeder soll nach seiner Fasson selig werden.“
Wer an Glücksbringer glaubt, fügt damit niemandem Schaden zu. Und Glückssymbole sind ausschließlich positiv besetzt.

Verschiedene Glückssymbole, verschiedene Herkünfte

Um die Bedeutung des vierblättriges Kleeblattes zu erklären, werden gewöhnlich zwei verschiedene Auslegungen angeführt.
Eine Legende sagt aus, dass Eva nach dem Rauswurf aus dem Paradies ein vierblättriges Kleeblatt mit in die menschliche Welt nahm. Aus dieser Überlieferung geht vermutlich der Glaube hervor, dass ein vierblättriges Kleeblatt sowohl zu Glück als auch Reichtum führt.
Die Zahl Vier hat im europäischen Raum eine besondere Symbolkraft. Sie steht für die Vollkommenheit.
Als Beispiel sind hier die vier Himmelsrichtungen oder auch die vier Grundelemente anzuführen.
Ein vierblättriges Kleeblatt in der freien Natur zu finden ist eher unwahrscheinlich. Aus diesem Grund stellt der Fund eines solchen an sich schon ein gewisses Glück da. Die Farbe des Kleeblattes ist ausschlaggebend dafür, wann das Glück kommen wird.

Die süßen Marienkäfer sollen Kinder beschützen und Kranke heilen, sofern er ihnen zufliegt. Weil Marienkäfer auch nützlich sind, glaubten Landwirte und Bauern einst, dass sie ein Geschenk Maria (Mutter Jesus) seien und benannten ihn daher nach ihr. Es gibt auch noch heute regelrechte Marienkäfer-Kulte die vor allem religiös begründet sind. In Schweden beispielsweise werden Marienkäfer mit 7 Punkten „Marias Schlüsselmagd“ genannt, die 7 Punkte beziehen sich auf der heiligen Marias 7 Tugenden.

Fliegenpilz

Viele Sagen der Germanen deuten auf eine tiefe Verehrung des Fliegenpilzes hin. Es wird geschildert, dass Wotan, der germanische Gott der Extasse und der Erkenntnis, für die Entstehung der Fliegenpilze zuständig sei. Der Sage nach reitet Wotan nebst Gefolge zur Wintersonnenwende durch die Wolken. Immer dort, wo der Geifer seines Pferdes auf die Erde fällt, sollen neun Monate später Fliegenpilze aus dem Boden sprießen. Der Volksglaube bringt den Fliegenpilz stets mit Hexen und Zauberern in Verbindung, und entsprechend dem Anlass mit Vergnügen oder Abscheu, je nachdem ob ihre Dienste benötigt wurden oder ihnen erlittenes Übel zugeschrieben wurde. Der Glückspilz galt in vielen Naturreligionen als Götterpilz, der ein langes Leben verheißt. Manche Stämme glaubten auch, dass man nach dem Genuss von Pilzen etwas über seine Zukunft erfährt.

Der Glückscent  ist ein Symbol für Reichtum.
Indem du ihn physisch und symbolisch verschenkst, wünschst du dem Empfänger, dass er stets seine Taschen voll Geld hat und dass es ihm nie ausgehen möge. Geschichtlich ist der Glückscent (früher Glückspfennig) als kleiner Bruder des Tauftalers oder Weihgroschens zu sehen. An die Tür genagelt, sollten hiermit im Mittelalter Hexen vertrieben werden.

Der Schornsteinfeger ist nicht nur eines der Glückssymbole, sondern war lange auch eine lebende Glücksgestalt. Es sollte Glück bringen, einen Schornsteinfeger zu berühren. Früher war es eine Katastrophe für den Haushalt, wenn der Kamin verstopft war oder schlecht zog, denn dann konnte das Essen nicht mehr zubereitet werden und es wurde kalt im Haus. In einer solchen Situation brachte der Kaminkehrer die Rettung. Er säuberte den Kamin (Schlot) und es war wieder möglich zu kochen und zu heizen.Ferner brachte die Reinigung des Schornsteins den Vorteil, dass sich der angestaute Ruß nicht so schnell entzündete und es nicht zum Häuserbrand kam. So brachte er das „Glück“ zurück. Heute soll es auch Glück bringen, einen Schornsteinfeger zu berühren oder den goldenen Knopf (ersatzweise die Jacke) anzufassen.

Hufeisen werden Pferden zum Schutz der Hufe aufgenagelt. Das Pferd war von jeher als Symbol für Stärke und Kraft bekannt. Da es auch einedles und wertvolles Tier war, galt das Hufeisen ebenfalls als Glücksbringer. Nachdem das Pferdebeschlagen von den Römern erfunden wurde, entwickelte sich das Hufeisen bei fast allen Völkern zu einem Glücksbringer, da es das wertvolle Pferd schützte. Besonders das Finden eines Hufeisen brachte damals Glück. Zur Ausrichtung des Hufeisens gibt es mehrere Versionen. Einerseits gilt ein nach oben offenes Eisen als Symbol für die Teufelshörner, andererseits auch als glücksfangender Brunnen. Nach unten geöffnet gibt es jedoch die Vorstellung das Glück könne „herausfallen“. Ein nach rechts offenes Hufeisen stellt ein C für „Christus“ dar.

Das Schwein ist deshalb ein Zeichen für Wohlstand und Reichtum, da es als Symbol der Fruchtbarkeit und Stärke gilt. Darüber hinaus galt bei den Griechen und Römern derjenige als privilegiert, der über viele Schweine und somit letztendlich auch Nahrung verfügte. Meist wird aber – besonders zu Silvester – kein lebendes Ferkel verschenkt, sondern symbolisch eine Nachbildung meist aus Marzipan. Kombiniert wird das Schwein oft mit einem Schornsteinfeger als Reiter und einem Glückspfennig oder vierblättrigem Kleeblatt im Maul. Bei Wettbewerben im Mittelalter bekam der Letzte als Trostpreis ein Schwein. Er hatte damit das Glück, „Schwein gehabt“ zu haben. 
In osteuropäischen Ländern wie der Ukraine, verbindet man mit dem Schwein hingegen etwas Negatives.

Mistelzweig

Nicht nur als Heilmittel – die Mistel gilt als Königin des Heils – und Adventsschmuck wird in Deutschland der Mistelzweig immer beliebter, da ihm auch Glück bringende Eigenschaften zugesprochen werden. Besonders in England erfreut sich der Mistelbusch großer Beliebtheit, denn dort heißt es „kein Mistelzweig – kein Glück“. So wurden früher Mistelkugeln in Ställen, Scheune und Häusern aufgehängt um Menschen und Tiere vor bösen Geistern und bösen Träumen, aber auch vor Blitzschlag und Feuer zu beschützen. Weiterhin war es auch Brauch Mistelzweige in Brautkränze einzuflechten, damit ihnen Glück und Fruchtbarkeit zuteil würde.

Scherben bringen Glück

Auch Scherben bringen Glück. Es herrscht die Vorstellung, dass der Lärm, der beim Zerschmettern entsteht, das Glück herbei zwingt. Durch den Krach werden böse Geister vertrieben.
Dies wird in Deutschland hauptsächlich an Polterabenden praktiziert.

Die Winkekatze Maneki Neko aus Japan hat sich auch bei uns durchgesetzt.
Im 17. Jahrhundert gab es in Tokio einen verarmten Tempel, in dem ein Priester mit seiner Katze lebte. Eines Tages wurde ein wohlhabender Fürst in der Nähe des Tempels durch ein gewaltiges Unwetter unter einem Baum festgehalten. Da sah er diese Katze in der Eingangstür des Gotoku-ji Tempels, die ihre Tatze in der typischen Winkweise ihm entgegenstreckte. Der Fürst folgte dieser Einladung und in dem Moment als er die Eingangstür erreichte, schlug ein gewaltiger Blitz an der Stelle ein, an der er zuvor stand. Von diesem Tag an wurden der Fürst und der Mönch Freunde und der Tempel wurde wohlhabend. Seitdem ist die winkende Katze das Symbol für Reichtum und Glück. So soll eine „Maneki Neko“ in Ihrem Geschäft, zu Hause oder als Anhänger getragen, Besucher anziehen und den Wohlstand bringen.  Die Formen der Maneki Neko sind sehr vielfältig. Entweder werden sie als kleines Amulett direkt am Köper getragen oder als Figuren in verschiedenster Größe aufgestellt. Die Maneki Neko gehört neben jeden Haushalt und Fahrzeugen, auch in Häuser, Einkaufszentren, Restaurants und macht als Riesenfigur so manchen Platz. Kurzum: Der Winkenden Katze kann überall begegnet werden, wo Menschen sind – in Bussen ebenso wie in Geschäftsauslagen, die Winkende Katze empfängt jeden freundlichst und sorgt für Glück, Liebe, Frieden und Wohlstand.

Nazar Amulett

Noch etwas hat es nach Deutschland geschafft. Der Glücksbringer aus der Türkei: Das Nazar Amulett / Türkische Auge
Das blaue Auge gegen den bösen Blick, auch nazar boncuk oder nazarlık genannt, kennt ihr ganz bestimmt oder habt es schon einmal irgendwo gesehen.Einem Aberglauben des türkischen Volkes nach, besitzen Menschen mit blauer Augenfarbe den unheil bringenden, neidischen Blick. Um diesen bösen Blick abzuwenden, tragen viele Menschen ein blaues Auge. Sozusagen als Gegenzauber, der die böse Wirkung aufheben oder unschädlich machen soll. Meist wird es an Stellen platziert, wo man es nicht übersehen kann. Frei nach dem Motto: “dein Neid kann mir nichts antun, geb’ dir keine Mühe“. In Auto und LKW direkt am Innenrückspiegel (wo natürlich auch noch ganz viele andere Dinge baumeln), über der Eingangstür in der Wohnung oder am Kragen von Kleinkindern und Bräuten.

Unabhängig vom Glauben an die Kraft der Glückssymbole und Glücksbringer, gehören viele dieser Glückssymbole zur Volkstradition. Jeder Mensch sollte eigenständig entscheiden, woraus er Kraft und Hoffnung schöpft. Glückssymbole können gute Gefühle auslösen und als eine Art Motivator angesehen werden.

Auf der Suche nach positiven Aspekten im Alltag, dem nötigen Funken Hoffnung oder der Motivation, Entscheidung zu treffen, können Glückssymbole ein geeignetes Mittel sein. In Anbetracht ihrer verschiedenen Symboliken können sie für Menschen eine Lücke füllen und Hilfe sein. Nutzen Sie den positiven Aufschwung, den ein Glücksbringer Ihnen bereiten kann. Vor allem dann, wenn Ihnen eine geliebte Person aus Ihrem Umfeld ein Glückssymbol zum Geschenk gemacht hat. Diese Symbole tragen den guten Willen und das Lächeln des Schenkenden für den Beschenkten in sich.

Glückssymbole weltweit:

So unterschiedlich die Kulturen unserer Erde, so unterschiedlich auch die Glücksbringer und Glückssymbole. Es gibt unzählige. Da wären z.B. Fatimas Hand (arabisch/ islamischer Raum) und Daruma aus Japan, das Horn in Nepal, der Skarabäus in den Ländern der Antike, sowie tibetische Symbole wie: Fische, Muschel, Schirm, Enlosknoten, Lotusblume, etc.