Freitag der 13. – doch ein Glüxtag?

Wer Angst vor Freitag dem 13. hat, leidet womöglich an Paraskavedekatriaphobie.
Der Begriff stammt aus dem Griechischen und beschreibt die krankhafte Angst vor Freitag dem 13.!
Paraskeví bedeutet Freitag, dekatría dreizehn und fóbos die Furcht.

Nicht ohne Grund fehlt in vielen Flugzeugen die dreizehnte Sitzreihe, in manchen Hochhäusern gibt es kein dreizehntes Stockwerk.
Napoleon BonaparteOtto von Bismarck, Arnold Schoenberg und Franklin D. Roosevelt gehören zu den bekanntesten Paraskavedekatriaphobikern.
Napoleon hat keine Schlacht an einem Freitag geschlagen und Bismarck an diesem Tag keinen Vertrag geschlossen.

Der Grund für den Glauben, dass einzelne Tage ein größeres Glücks- oder Unglückspotential hätten als andere, liegt wahrscheinlich bei dem Phänomen der „verworfenen Tage“.
Dies waren Tage, die besonders viel Unglück bringen sollten. Sie werden in zahlreichen mittelalterlichen Handschriften erwähnt und wurden bis ins
20. Jahrhundert hinein überliefert, wobei sich die Bedeutung einzelner Tage im Laufe der Jahrhunderte durchaus auch umkehren konnte.

Die Dreizehn überschreitet das geschlossene Zwölfersystem und ist als Primzahl nur durch eins und sich selbst teilbar, schon dadurch kommt ihr eine besondere Bedeutung zu.
Der Glaube an eine Zahlen-Symbolik ist noch älter, bereits die frühen Hochkulturen kannten ein ausgefeiltes Rechensystem. In jedem Zahlensystem sind einige Zahlen unweigerlich wichtiger als andere, beim Dezimalsystem (wie wir es heute verwenden) ist es die zehn und beim Zwölfersystem eben die zwölf, die dementsprechend eine besondere Bedeutung hat.

 

Es gibt zwölf Monate, zwölf Apostel, zwölf Tierkreiszeichen und das Zwölf-Götter-Regiment der Griechen und Römer.
Die Dreizehn überschreitet das geschlossene Zwölfersystem und ist als Primzahl nur durch eins und sich selbst teilbar, schon dadurch kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. So gilt die 13 in der jüdischen Tradition als eine ausgesprochene Glückszahl und als ein Symbol Gottes, weil sie über die zwölf regiere.
Viele Ereignisse erhalten im Nachhinein eine ganz andere Bedeutung, wenn man sie unter dem Gesichtspunkt einer Zahlenmystik betrachtet.

Leider spielt uns in Hinblick auf Freitag, den 13. auch unsere Psyche oft einen Streich. Im festen Glauben an unser Unglück verhalten wir uns unsicherer, die Kaffeetasse fällt vom Tisch, das hundert Mal geglückte Einpark-Manöver endet in unschönen Schrammen oder man lässt seine Jacke irgendwo hängen. Die sich selbst erfüllende Prophezeiung (self fulfilling prophecy) macht es wahrscheinlich, dass das Unglück, welches wir heraufziehen sehen, auch wirklich eintritt.

Der Freitag galt noch um 1930 im nördlichen Deutschland als Glückstag, der sich besonders zum Heiraten eignete. In der Mitte und im Süden Deutschlands glaubte man dahingegen eher an die Unglück verheißende Wirkung dieses Wochentags.
Im Judentum gilt die 13 als Glückszahl. Sie symbolisiert für Gläubige den Namen Gottes. 13 Eigenschaften werden ihm zugerechnet. Der Gelehrte Maimonides formuliert 13 Glaubenssätze.
Jungen werden in diesem Alter mit der Bar-Mizwa in die Gemeinde aufgenommen.
Auch Sportler sind abergläubisch. Über viele Jahre startet in der Formel 1 kein Rennfahrer mit der 13. In der Saison 2014 versucht Pastor Maldonado doch mal sein Glück. Das Resultat: null Siege, nur zwei Punkte, Gesamt-16. Im offiziellen Triathlon wird nach dem Reglement keine Startnummer 13 vergeben.

Ereignisse an Freitag dem 13.

Der Black Friday

Der amerikanische Börsenkrach von 1929 ereignete sich eigentlich schon an einem Donnerstag, durch die Zeitverschiebung war es in Europa aber schon Freitag.

Apollo 13

Die Raumfahrtmission startete am 11. April 1970 um genau 13:13 Uhr. Hier taucht die Zahl 13 schon doppelt auf. Zwei Tage später, an Freitag dem 13. explodierte einer der Sauerstofftanks, die zum Abbruch der Mission führte.

Flugzeugabstürze

Bei Flugzeugabstürzen am 13 Oktober 1972 kamen über 200 Menschen ums Leben. Der Fuerza-Aréa-Uruguaya-Flug 571 zerschellte in den Anden. 16 der 45 Passagiere konnten 72 Tage später noch lebend geborgen werden. Am gleichen Tag stürzte ein weiteres Flugzeug nahe Moskau ab, bei dem 176 Personen ums Leben kamen.

Sechsjährige stürzt sechs Meter in die Tiefe und überlebt

Am 13. Februar 2004 stürzt das Mädchen auf dem Bödele in Dorbirn aus einem Sessellift. Sie kommt nur wenige Zentimeter neben einem Betonsockel der Liftstütze im Schnee auf und bleibt unverletzt.

Millionengewinn in Frankreich

Am 13. August 2010 gewinnt ein Franzose 13 Millionen Euro im Lotto. Für ihn definitiv ein Glückstag.

Vom Blitz getroffen

Ebenfalls am 13. August 2010 wird ein 13-jähriger Junge in Suffolk in Großbritannien vom Blitz getroffen. Er kommt allerdings mit leichten Verbrennungen davon. Laut dem britischen Telegraph wurde in der Ambulanz die Aufnahmezeit 13:13 Uhr eingetragen.

Costa Concordia

Drei Stunden, nachdem das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ den Hafen von Civitavecchia verlassen hat, läuft es vor der Mittelmerinsel Giglio auf Grund und beginnt zur Seite zu kippen. Die Folge sind 32 Todesopfer.

 

Und hier noch 13 Fakten über die Zahl 13

  1. Dass Freitag, der 13. kein Pech- sondern ein Glückstag ist, glauben die Westschweizer: Der Verkauf von Rubbellosen steigt um zehn bis 20 Prozent.
  2. Die erste Gewinnzahl, die im Deutschen Lotto „6 aus 49“ gezogen wurde – war die 13. Bis heute ist sie allerdings auch die am seltensten gezogene Zahl.
  3. In Spanien, Griechenland und Lateinamerika ist übrigens nicht Freitag, sondern Dienstag, der 13. mit Pech und Unglück behaftet.
  4. Und in Italien ist zwar der Freitag ein Unglückstag – allerdings nur dann, wenn er auf einen 17. fällt.
  5. Knapp eine Milliarde Dollar setzt die US-Wirtschaft an jedem Freitag, dem 13., weniger um, weil die Menschen nicht fliegen oder Verträge abschließen wollen.
  6. Der Aberglaube hat dazu geführt, dass in Flugzeugen oftmals die Reihe 13, in Hochhäusern der 13. Stock und in Hotels und Spitälern Zimmer mit der Nummer 13 fehlen.
  7. Im 18. Jahrhundert soll es in Frankreich einen eigenen Berufsstand gegeben haben, der Unglück an der Essenstafel verhindern sollte: Kamen einmal zufällig 13 Gäste zusammen, konnte man kurzfristig so einen „Quatorzien“ (Vierzehnten) mieten.
  8. Auf statistische Unschärfen lassen sich die Abweichungen nicht zurückführen: Gleich drei- bis fünfmal so viele Arbeitnehmer wie im Monatsdurchschnitt sind an einem Freitag, dem 13. krankgeschrieben. Das ergab eine Auswertung von Krankmeldungen der Jahre 2006 bis 2008. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hatte für die Erhebung die Daten ihrer zwei Millionen Versicherten ausgewertet und das Ergebnis nach einem statistischen Verfahren auf alle gesetzlich Krankenversicherten hochgerechnet.
  9. Wer ein Flugticket für Freitag, den 13. kauft, spart Geld. Das ergab eine Analyse der Flugsuchmaschine swoodoo.com. Die Flugpreise an diesem Tag liegen im Schnitt ein Viertel unterhalb des Durchschnittspreises für den gesamten Monat.
  10. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie in Allensbach scheint zu bestätigen, wie verbreitet der Aberglaube ist. Demnach fürchtet sich jeder elfte Deutsche vor Freitag, dem 13. Andere Quellen sprechen gar von jedem vierten.
  11. Immer wieder kolportiert wird die Legende, der Tag gelte als Pechtag, weil am Freitag, dem 13. Oktober 1307 die Tempelritter gefangen genommen wurden.
  12. Versicherungswirte bleiben auch angesichts des Freitags kühl: An „normalen“ Tagen seien 2150 Schäden zu registrieren, an Freitagen zehn Prozent mehr, an 13er-Freitagen aber nur 2100. „Die Zahlen sprechen für sich“, sagt ein Vertreter der Zürich-Versicherung. „Ein Freitag, der 13. ist aus statistischer Sicht wahrlich kein Unglückstag.“
  13. Und dann sind dann noch die Autofahrer: An 13er-Freitagen sind in Deutschland wesentlich weniger Unfälle zu vermelden als an anderen Freitagen. Wahrscheinlich, vermuten die Experten, weil sich einfach weniger Menschen trauen, sich ins Auto zu setzen.

 

 

 

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